Tirols Wasserschätze

Freie Flüsse statt verbauter Zukunft.

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Österreich will den Ausbau der Erneuerbaren Energieträger vorantreiben. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden, aber nicht jedes Wasserkraftwerk ist automatisch sinnvoll.

Denn unsere Gewässer sind längst massiv unter Druck. Rund 80 Prozent der österreichischen Flussstrecken werden bereits energiewirtschaftlich genutzt. 62 Prozent der heimischen Fischarten gelten als ausgestorben, stark gefährdet oder bereits bedroht.

Trotzdem könnten jetzt ökologisch wertvolle Gewässer leichter mit Kleinwasserkraftwerken verbaut werden. Das ist ökologisch problematisch – und strategisch nicht sinnvoll.

Denn die vielen Kleinwasserkraftwerke leisten nur einen geringen Beitrag zur Stromversorgung. Von den fast 1.000 Wasserkraftwerken in Tirol erzeugen über 700 Kleinstanlagen weniger als 4 Prozent des Stroms aus Wasserkraft.

Gleichzeitig belasten sie aber unsere Gewässer: weniger Wasser verbleibt im Bach – dadurch erwärmen sie sich stärker, Fischwanderungen werden unterbrochen und Lebensräume für Mensch und Fisch gehen verloren. Mit dem Klimawandel werden intakte, kühle Bäche noch wichtiger. Sie sind Rückzugsräume für kälteliebende Arten wie Bachforelle und Koppe.

Deshalb brauchen wir als Ausgleich für die Beschleunigungszonen verbindliche No-Go-Areas, um unsere letzten Wasserschätze zu schützen. Sie entstehen nämlich nicht in Jahren, sondern in Jahrtausenden – zerstören lassen sie sich in einer einzigen Bauphase. Was wir heute für wenige Promille Strom hergeben, können unsere Kinder und Enkelkinder nicht zurückholen.

Ein Wasserschatz im Außerfern – der Namlosbach

Wie konkret diese Gefahr ist, zeigt derzeit ein Beispiel aus dem Bezirk Reutte: der Namlosbach.

Seit Jahrtausenden sucht er sich seinen eigenen Weg bis hinunter zum Tiroler Lech. Der Lech und seine Zubringer bilden das größte zusammenhängende Wildflussgebiet Mitteleuropas. Der Namlosbach liegt im Natura-2000-Gebiet Tiroler Lech, einem der wertvollsten Gewässerlebensräume des Landes.

Künftig soll jedoch ein erheblicher Teil seines Wassers für die Stromerzeugung ausgeleitet werden. Auf www.namlosbach.at gibt es nähere Information und auch eine Petition, die sich für den Erhalt des Namlosbachs als Naturjuwel ausspricht.