Interview mit Dr. Stefan Schmutz, Univeritätsprofessor an der Universität für Bodenkultur Wien

Dipl.-Ing. Dr.nat.techn. Stefan Schmutz ist Universitätsprofessor an der Universität für Bodenkultur Wien, Department Ökosystemmanagement, Klima & Biodiversität, Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Gewässerökologie, Bewertung von Eingriffen, multiple Belastungen, Wasserkraft, Flussregulierungen, Gewässersanierung, Habitat, Fischwanderung, Fischökologie, Fischwanderhilfen und ökologischer Zustand.
Aktuelle Publikation: Der Huchen stirbt aus – was tun? Zeitschrift des Österreichischen Fischereiverbandes, Sonderausgabe 2023
Das Interview mit Dr. Schmutz wurde ursprünglich für die Festschrift zum 150-jährigen Bestehen der Fischereigesellschaft Innsbruck geführt und dort abgedruckt. Wir freuen uns, dieses interessante Gespräch nun auch im Magazin Fisch & Natur veröffentlichen zu dürfen. Die Fragen stellten Zacharias Schähle, Geschäftsstellenleiter des Tiroler Fischereiverbandes, und Luis Töchterle für die Fischereigesellschaft Innsbruck.
Um die Relevanz für unser Thema einzuordnen: Weltweit wird viel über Probleme bei Wasserlebewesen und Fischbeständen berichtet – Korallenbleiche, Plastikverschmutzung, Überfischung, Einbrüche bei den Lachswanderungen oder der Ostseefischerei auf Kabeljau. Sind diese Veränderungen einfach Teil eines nicht aufhaltbaren globalen Trends?
Schmutz: Generell gibt es leider diesen abnehmenden Trend weltweit. Die Ursachen sind Klimawandel, Überfischung, Habitatzerstörung, Verschmutzung und vieles mehr. Was sich in den letzten Jahrzehnten verschärft hat, ist das Zusammenwirken von mehreren Belastungen in ein und demselben Ökosystem, wobei die Folgen dieser Mehrfachbelastungen auch wissenschaftlich kaum untersucht sind. Ich würde aber nicht sagen, dass es ein „unaufhaltbarer“ Trend ist. Erfreulicherweise gibt es Beispiele, die eine Trendumkehr zeigen. So erholen sich Fischbestände in Meeresschutzgebieten relativ rasch, wenn die Schutzmaßnahmen effektiv umgesetzt werden. Auch die Erholung von Fischbeständen in revitalisierten Gewässerstrecken, wie z.B. der Traisen in Niederösterreich, zeigt, dass es möglich ist, Fischbestände wiederherzustellen. Voraussetzung dafür ist die Schaffung attraktiver Lebensräume in ausreichend langen Gewässerstrecken (10 km im Falle der Traisen), ein intaktes Kontinuum (z.B. freier Zugang zur Donau) und ausreichendes Wiederbesiedelungspotential (z.B. gesamte aktuelle Fischfauna der Donau). Im Falle der Traisen konnte sich der Fischbestand von einem „unbefriedigenden“ wieder in einen „guten Zustand“ gemäß Wasserrahmenrichtlinie entwickeln, kurzzeitig sogar zu einem „sehr guten“.
Wir bewirtschaften mehrere Reviere im Bezirk Innsbruck-Land, besonders in unseren Innrevieren können wir Fischbestände nur mit hohem Besatzaufwand erhalten. Manche Fischbestände in unseren Revieren sind innerhalb einer Generation eingebrochen. Davon berichten ältere Mitglieder besonders am Inn. Welche Chancen haben die Fischbestände und die Angelfischerei?
Schmutz: Die Bestandseinbrüche sind wirklich dramatisch, nicht nur am Inn oder in Tirol, sondern in ganz Österreich. Umso wichtiger ist es, umfassende Strategien zu erarbeiten, um eine Trendumkehr zu ermöglichen. Dies bedeutet einerseits Erforschung der Ursachen, um möglichst dort anzusetzen, wo man die größte Wirkung erwarten kann, und natürlich eine Anpassung des Managements unserer Flusslandschaften. Es ist unsere Verantwortung, den Gewässerlebewesen wieder einen Lebensraum zu bieten, in dem sie überleben können. Dann hat auch die Angelfischerei eine Zukunft.

Zunahme bedeutender Fischfresser in Österreich und Abnahme der Fischbestände in ausgewählten Fließgewässern (Schmutz et al. 2023)
Die Bachforelle verschwindet trotz Besatz, gibt es eine Erklärung abseits der Bachforellenkrankheit PKD und Strukturarmut? Die Äsche kommt trotz massivem Einsatz des Tiroler Fischereiverbandes noch in kleinen Resten vor, einzig die Regenbogenforelle scheint mit den Verhältnissen einigermaßen zurecht zu kommen. Welche Konsequenzen ergeben sich für die Bewirtschaftung?
Schmutz: Wie gesagt ist es wahrscheinlich das Zusammenwirken von vielen Faktoren. Die PKD ist ja erst mit dem Klimawandel und damit verbundenen erhöhten Sommertemperaturen besonders virulent geworden. Zudem werden Gewässer immer noch punktuell verbaut; insbesondere nach Hochwasserereignissen, bzw. wenn Infrastrukturbauten gefährdet sind.
Die klimabedingte Veränderung der Abflussverhältnisse ist auch ein Kandidat für Ursachen. Die langen Niederwasserphasen mit erhöhten Temperaturen scheinen der Bachforelle nicht gut zu bekommen, die Niederschlagsereignisse wiederum sind sehr intensiv, was kurze, starke Abflussspitzen erzeugt und insbesondere bei den Jungfischen zu Ausfällen führt. Das Ausbleiben der Frühjahrshochwässer als Folge des Schneemangels wiederum reduziert die Umlagerungen im Gewässer, was zu einer Verringerung an funktionsfähigen Laichplätzen führt.
Aktuell messen wir an Inn und Sill höhere Wassertemperaturen und weniger Durchfluss.
Schmutz: Die Versiegelung der Landschaft und Intensivierung der Landwirtschaft spielen auch eine Rolle. Die ausgeräumten Landschaften haben ihre „Schwammfunktion“ verloren und das Wasser wird bei Niederschlagsereignissen unmittelbar an die Fließgewässer abgegeben, was wiederum das Problem mit den Abflussspitzen verschärft. Zudem ist das Wasser mit Schadstoffen versetzt, wie Dünge- und Spritzmittel, aber auch der Eintrag von Feinsedimenten und Trübstoffen wird dadurch erhöht.
Ein noch weitgehend ungeklärtes und vielfach ungelöstes Problem sind die persistenten Stoffe, die in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut werden und aus den unterschiedlichsten Quellen stammen. Z.B. PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von synthetischen Chemikalien, die aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften in einer Vielzahl von Produkten und industriellen Anwendungen verwendet werden (Antihaftbeschichtungen, wasserabweisenden Textilien, Feuerlöschschäumen, Verpackungsmaterialien, Outdoor-Bekleidung, Teppichen, Kosmetika). Bei Fischen verursachen sie hormonelle Störungen, die die Fortpflanzung und das Wachstum beeinflussen und Immunsystemschäden hervorrufen, wodurch Fische anfälliger für Krankheiten werden. Weiters können sie Leber- und Nierenschäden verursachen und zu Verhaltensänderungen führen, die ihre Überlebensfähigkeit in der Wildnis beeinträchtigen.
Auch der Besatz selbst kann Ursache für Bestandsrückgänge sein, wenn Fische eingebracht werden, die nicht an die standortspezifischen Verhältnisse angepasst sind, sich mit den (noch wenigen) natürlich vorkommenden Fischen kreuzen, und dadurch das autochthone Genmaterial verloren geht. Auch das Einbringen von Krankheiten durch Besatzfische kann eine Ursache sein. Eine nachhaltige Besatz-Bewirtschaftung sollte daher soweit wie möglich mit genetisch ursprünglichen, standorttypischen Fischen erfolgen. Das heißt aber nicht, dass die „Urforelle“ der geeignetste Fisch für Besatz im Inn ist, da die letzten autochthonen Bestände sich in sehr kleinen Bächen befinden, eine Umgebung, die nicht mit dem Inn vergleichbar ist. Um Domestizierungseffekte zu vermeiden, die geringere Überlebenschancen im Gewässer bewirken, sollten Fische möglichst in frühen Stadien besetzt werden, wobei im Falle des Inns bei gegebener Schwallbelastung keine Larven, sondern nur Jungfische verwendet werden sollten. Da Besatz sehr teuer ist, insbesondere wenn man standorttypische Laichfische verwendet und diese naturnah aufzieht, sollten Besatzmaßnahmen regelmäßig auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden. Ein dafür notwendiges Jungfischmonitoring verursacht zwar entsprechende Kosten, aus den daraus gewonnenen Erkenntnisse lassen sich jedoch nachhaltigere Bewirtschaftungsstrategien ableiten und Kosten mittelfristig optimieren. Langfristig sollte auf die Sanierung von Belastungen abgezielt werden, so dass auf Besatz verzichtet werden kann.
Welche Maßnahmen und Kernelemente braucht der Inn für eine Erholung der Bestände? Reichen Schwallsanierungen, Instream-Maßnahmen und Anbindungen aus? Wie sieht das gute ökologische Potential am Inn aus, was ist realistisch zu erreichen?
Schmutz: Schwallsanierung und morphologische Maßnahmen sind sicherlich prioritär. Die Frage ist aber, inwieweit diese Maßnahmen unter den gegebenen Rahmenbedingungen umsetzbar sind.
Die Schwallsanierung ist dadurch limitiert, dass gemäß geltender Rechtsordnung nur Maßnahmen vorgeschrieben werden können, die die Nutzung, sprich Spitzenstromerzeugung, nicht signifikant einschränken. Das heißt, eine wesentliche Änderung der Betriebsweise der Kraftwerke wird wahrscheinlich nicht stattfinden. Verbleiben als Maßnahmen nur noch Ausgleichsbecken und Ausleitungskraftwerke. Das neue Schwallausgleichsbecken beim Kraftwerk Silz zeigt, dass dies eine praktikable Lösung ist, auch wenn die Platzverfügbarkeit im Inntal natürlich begrenzt ist. Auch beim Schwallausleitungskraftwerk GKI (Gemeinschaftskraftwerk Inn) ist eine Erholung der Gewässerbiozönose zu erhoffen (das Postmonitoring ist gerade im Laufen).
Die bisherigen morphologischen Verbesserungen am Inn sind sehr erfolgversprechend, auch wenn damit erst ein sehr geringer Teil des verbauten Inns saniert wurde. Diese Maßnahmen sollten konsequent weitergeführt werden. Limitierend ist, wie bei fast allen größeren Flüssen in Österreich, auch hier die Platzverfügbarkeit. Im Wettstreit mit den vielen anderen Flächennutzern ist hier ein Flächenmanagement vorzusehen, das mittel- bis langfristig ausreichend Flächen für die Innrevitalisierung sichert, die ja auch für den passiven Hochwasserschutz benötigt werden. Der Schulterschluss zwischen Renaturierung und Hochwasserschutz ist ein Hebel, mit dem man auch breitere Bevölkerungsgruppen und Entscheidungsträger für den Gewässerschutz gewinnen kann. Bei der Flächensicherung braucht es innovative Zugänge, wie z.B. ein Pool an Tauschflächen, Pachtlösungen etc.
Ein Thema, das leider noch immer zu wenig Aufmerksamkeit erfährt, ist die Geschiebeproblematik. Der Inn leidet unter massivem Geschiebedefizit. Geschiebesperren und Kraftwerke halten das Geschiebe zurück, der Schwallbetrieb schwemmt den verbleibenden Kies aus und verstärkt somit die Kolmatierung (Verfestigung) der Sohle. Zudem verhindert das monotone Regulierungsprofil die für den Inn ursprünglich typische Sedimentdynamik mit Ablagerungs- und Erosionsprozessen und somit die Ausformung von Kiesbänken. Neben Schwallsanierung und Revitalisierung inklusive Sedimentmanagement braucht es noch, wie erwähnt, zusätzliche Maßnahmen im Einzugsgebiet, um den oben genannten Belastungen entgegenzuwirken (Schadstoffe, Feinsedimente). Bei periodisch wiederkehrenden Stauraumspülungen und Speicherentleerungen werden wiederum große Mengen an Feinsedimenten remobilisiert und in Fließstrecken eingebracht. Vor allem die Reproduktion und Jungfische sind von diesen Belastungen betroffen. Um die Geschiebe- und Feinsedimentprobleme ganzheitlich anzugehen, braucht es ein integratives Geschiebemanagement. Obwohl dies seit Jahren von Seiten der Ökologie und Fischerei gefordert wird, gibt es dazu lediglich punktuelle Ansätze.
Reicht die Einhaltung der Grenzwerte für Schwall- und Sunkraten aus, um Schäden am Jungfischaufkommen zu vermeiden, oder stranden Fischlarven trotzdem noch? Und was passiert bei den Wasserinsekten, also den Fischnährtieren?
Schmutz: Grundsätzlich sind die Grenzwerte so konzipiert, dass bei deren Einhaltung die Larven und Jungfische nicht mehr stranden. Die Grenzwerte wurden unter experimentellen Bedingungen in einer naturnahen Fließrinne erarbeitet und stellen den aktuellen Stand des Wissens dar. Aber wie immer gibt es eine Grauzone bei Grenzwerten. Das heißt, es können vereinzelt auch Fische unterhalb der Grenzwerte stranden, wenn die Bedingungen äußerst ungünstig sind. Z.B. bei sehr flachen und breiten Kiesbänken, wie sie für den ursprünglichen Inn sehr typisch waren, kann es insbesondere in der Nacht bei tiefen Wassertemperaturen zu Strandungen auch unterhalb der Grenzwerte kommen. Zwar werden bei natürlichen Hochwässern auch diese Grenzwerte oft überschritten und Fische können dann stranden, aber Hochwässer treten im Gegensatz zu Schwall sehr selten auf. Die beste Strategie ist jedenfalls, in der kurzen, kritischen Larvenphase gänzlich auf Schwallbetrieb zu verzichten bzw. den Schwall vollkommen zu dämpfen.
Immer wieder wird die Fischerei für den Besatz mit Regenbogenforellen am Inn kritisiert. Obwohl die Fischbiomasse extrem gering ist, wird behauptet, Regenbogenforellen würden die Bachforellen verdrängen. Wie sieht das die Wissenschaft?
Schmutz: Obwohl das Thema Konkurrenz zwischen Saloniden schon lange diskutiert wird, gibt es vergleichsweise wenige fundierte wissenschaftliche Studien dazu. Jedenfalls gibt es anhand der vorliegenden Erkenntnisse keinen Beleg, dass die Regenbogenforelle die Bachforelle systematisch verdrängt. Ein mehr als 20-jähriges Monitoring unseres Institutes an der naturnahen Ois (Oberlauf der Ybbs) zeigt eine stabile Koexistenz der beiden Arten, deren Bestände in dieser Strecke ausschließlich auf natürlicher Reproduktion basieren. Das Fehlen der Bachforelle ist in den meisten Fällen wohl eher auf ungünstige Umweltbedingungen zurückzuführen als auf eine mögliche Konkurrenz durch die Regenbogenforelle. Aus ökologischer Sicht verbleiben natürlich Bedenken, dass durch Regebogenforellenbesatz Krankheiten eingebracht werden, die auch auf die Bachforelle übertragen werden können. Dies gilt aber grundsätzlich für jeden Besatz.
Was wird der Klimawandel bewirken? Welche Bedeutung hat der Tiroler Inn für den Huchen? Kann er ein Habitat in Zeiten der Gewässererwärmung darstellen?
Schmutz: Der Klimawandel bewirkt im Wesentlichen eine Erwärmung der Gewässer und, wie bereits gesagt, eine Veränderung der Hydrologie. Die Temperaturerhöhung betrifft vor allem die Salmoniden. Eine Verschiebung der Fischregionen Richtung flussauf ist bereits in vielen Fließgewässern erkennbar, das heißt, aus Salmoniden- werden zunehmend Cyprinidengewässer. Die Augustmittelwerte der Wassertemperaturen haben sich in den ursprünglichen österreichischen Huchengewässern bereits um 1,6 °C erhöht. Der Inn zählt mit <14 °C Augustmittelwert noch zu den kühlsten Huchengewässern in Österreich. Dadurch nimmt er zukünftig einen besonders hohen Stellenwert im Erhalt des Huchens ein. Während insbesondere die Unterläufe der letzten Huchengewässer zunehmend mit hohen Temperaturen zu kämpfen haben und regelmäßig Fischsterben in Hitzeperioden auftreten (z.B. Pielach, NÖ), wird der Inn auch bei einem weiteren Temperaturanstieg für den Huchen geeignet bleiben. Zudem weist der Inn die längste, noch ununterbrochene Fließstrecke (ca. 150 km) in Österreich auf, eine ideale Voraussetzung für die Ausbildung größerer Huchenpopulationen. Für ein Wiedererstarken des Huchens im Inn sind jedoch zuerst die genannten Sanierungen umzusetzen.
Kann es sein, dass wir wichtige Einflussfaktoren noch gar nicht im Blick haben, etwa ganzjährige Gewässertrübungen oder veränderte Temperaturverläufe durch abgearbeitetes Wasser aus alpinen Speicherseen?
Schmutz: Die Liste der möglichen Belastungsfaktoren, die wir zu betrachten haben, wird von Jahr zu Jahr länger. Dazu zählen auch Gewässertrübungen aus Speicherseen. Während die Auswirkungen von Stauraumspülungen wissenschaftlich vergleichsweise gut untersucht sind, gibt es zu permanenten Trübebelastungen kaum Untersuchungen. Hier kommt es weniger zu akuter Mortalität als zu chronischen Belastungen, die sich in verringertem Wachstum und Fitness von Fischen niederschlägt. Wie unsere Untersuchungen gezeigt haben, kann eine Abkühlung des Wassers um mehr als 2,0 °C die Abdrift von Fischlarven bei Schwall massiv erhöhen.
Wie werden sich die kleineren Bäche (Sill, Gschnitzbach etc.) entwickeln? In Tirol werden Baumaßnahmen nur im Winterhalbjahr genehmigt. Wie wirken sich dadurch bedingte Trübungen bei Niederwasser auf den abgelegten Forellenlaich aus?
Schmutz: Würde ich zwischen den Effekten von Stauraumspülungen und permanenter geringer Trübe einordnen und ist angesichts der bestehenden Belastungen ein nicht zu vernachlässigender zusätzlicher Faktor.
Politiker und Vertreter der Wasserkraft fordern unbeirrt weitere Kraftwerksanlagen an vielen Fließgewässern. Welcher weitere Ausbau kann noch begründet und verkraftet werden?
Schmutz: Das Wasserkraftpotenzial österreichischer Fließgewässer wird schon zu ca. 80 % genutzt. Ein weiterer Ausbau in bestehenden Fließstrecken ist mit dem Erhalt bedrohter Fischarten nicht vereinbar. Bei Wind und Photovoltaik liegt der Ausbaugrad noch unter 10 %, hier gibt es noch ein weit höheres, ökologisch verträgliches Potenzial.




Literatur:
Schmutz, S.; Jungwirth, M.; Ratschan, C.; vSiemens, M.; Guttmann, S.; Paintner, S.; Unfer, G.; Weiss, S.; Hanfland, S.; Schenekar, T.; Schubert, M.; Brunner, H.; Born, O.; Woschitz, G.; Gum, B.; Friedl, T.; Komposch, C.; Mühlbauer, M.; Honsig-Erlenburg, W.; Hackländer, K.; Haidvogl, G.; Eberstaller, J.; Friedrich, T.; Geist, J.; Gumpinger, C.; Graf, C.; Hofpointner, M.; Honsig-Erlenburg, G.; Latzer, D.; Pinter, K.; Rechberger, A.; Schähle, Z.; Schotzko, N.; Seliger, C.; Sutter, G.; Schröder, W.; Zauner, G.: Der Huchen stirbt aus – was tun? Gefährdungsfaktoren und notwendige Maßnahmen in Bayern und Österreich. Sonderheft Österreichs Fischerei (2023), Herausgegeben vom Österreichischen Fischereiverband, Wien.
